27 von über 100 Kirchgemeinden im Kanton haben sich mit dem Umweltmanagementsystem „Grüner Güggel“ zertifizieren lassen. Weitere haben beschlossen, den Prozess zu durchlaufen. Die Mehrheit der Kirchgemeinden ging nicht auf das Werben des Kirchenrats für den „Grünen Güggel“ ein. Denn die Zertifizierung ist mit hohem Papieraufwand verbunden; alle vier Jahre steht die Rezertifizierung an.
Massnahmen für den Umweltschutz und den schonenden Umgang mit Ressourcen sind dringlich; darin sind sich alle Seiten einig. Der „Grüne Güggel“ zeigt zwar sinnvolle Schritte auf. Doch ökologische Massnahmen werden seit langem auch ohne den „Grünen Güggel“ ergriffen (vgl. Hirzenbach).
Die Instrumente sind vorhanden: Bereits heute bilanzieren alle Kirchgemeinden im Kanton die Emissionen. Die Software STRATUS PLUS zeigt den Zustand der Gebäude mit einem langfristigen Investitionsplan auf und ermöglicht die Planung ökologischer Massnahmen.
Umweltschutz in der Kirche braucht Freiräume. Die Fixierung auf den „Grünen Güggel“ engt ein. Es gibt Alternativen wie das Netzwerk Ecochurch, das Materialien und konkrete Hilfen bietet – ohne Label, ohne Zertifizierungszwang (www.ecochurch.ch). Unsere Kirche ist eine Kirche der Freiheit. Wie Kirchgemeinden vorgehen, sollen sie wie bisher selbst entscheiden und verantworten.
Zusammen mit dem Ziel Netto Null 2035, das in der Kirchenordnung festgeschrieben werden soll, würgt der Güggelzwang die Eigenständigkeit der Kirchgemeinden, die mit ihren Gebäuden vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen, ab. Dies schwächt die Gemeinden, zum Schaden der Kirche.
Wir sagen: NEIN zum Güggelzwang.