Die globale Erwärmung ist Tatsache. Doch Selbsttäuschung und Augenwischerei, Technikgläubigkeit und die Überschätzung der eigenen Möglichkeiten helfen auch im Klimaschutz nicht weiter.
Einige ernüchternde Aspekte:
Der Begriff „Netto Null“ meint, dass die trotz allen Efforts verbleibenden Treibhausgasemissionen nicht nur in natürlichen Senken (Wald), sondern auch mit technischen Mitteln kompensiert werden. Die Technologie für die CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre ist jedoch nicht ausgereift: Ob und zu welchen Kosten Hunderttausende Tonnen CO2 in den nächsten Jahren der Atmosphäre entzogen werden können, ist unklar. Zudem gleicht der Kauf von Zertifikaten für Senken im Ausland einem Ablasshandel.
Die Landeskirche und die Kirchgemeinden können aus Datenschutzgründen nur die Emissionen eines Teils ihrer Gebäude erfassen (Verwaltungsvermögen: Kirchen, Kirchgemeindehäuser und ein Teil der Pfarrhäuser). Die Klimabilanz lässt vermietete Liegenschaften (Finanzvermögen) aus.
Der ökologische Fussabdruck der Schweizer ist gross wegen ihrer hohen Mobilität (inkl. Flugreisen) und ihres Konsums: Bei der Herstellung von Produkten im In- und Ausland, bei ihrem Transport und bei ihrer Entsorgung werden Treibhausgase emittiert. Persönlicher Verzicht bei Konsum und Ferien ist stärker zu gewichten.
Das Bestreben, auf fossile Energieträger zu verzichten, ist richtig. Doch der Beitrag der Kirche zur Dekarbonisierung ist begrenzt. Nüchternheit ist geboten. Aktuell liegen die Emissionen der Landeskirche und ihrer Kirchgemeinden (Liegenschaften im Verwaltungsvermögen) bei rund 5000 Tonnen CO2e pro Jahr. Demgegenüber betrugen die jährlichen Treibhausgasemissionen im Kanton Zürich 2024 insgesamt noch über 5 Millionen Tonnen. Für die EU wurden 2024 rund 3100 Millionen Tonnen, für Russland über 2500 Millionen Tonnen, für China 15500 Millionen Tonnen errechnet. Mit Netto Null sparen die Zürcher Reformierten also etwa ein Millionstel der Treibhausgase ein, die aktuell in Europa ausgestossen werden. (Quelle: EU)
Wir sagen: NEIN zur Selbsttäuschung.